Mineralisolierte Mantelheizleiter mit angesetzten und übergangslosen Kaltenden
Mineralisolierte Mantelheizleiter ohne Kaltenden sind bis rund 400 °C zuverlässig einsetzbar. Soll die Anwendung jedoch höhere Leistungen oder Prozesstemperaturen bis 1000 °C erreichen, führt kein Weg an Mantelheizleitern mit Kaltenden vorbei. Sie sorgen dafür, dass der beheizte Bereich klar definiert bleibt und die Anschlusszonen sicher und kühl geführt werden.
Der Beitrag zeigt die beiden verfügbaren Bauformen: Mantelheizleiter mit Übergangshülse und angesetzten Kaltenden – ideal, wenn Heiz- und Kaltzonen exakt trennbar sein müssen – sowie übergangslose Kaltenden, bei denen der Widerstandswechsel im Inneren stattfindet und der Außendurchmesser vollständig einheitlich bleibt. Letztere bieten maximale Flexibilität, hohe Temperaturbeständigkeit und eignen sich für Anwendungen bis 1000 °C, enge Biegeradien oder den Einsatz im Vakuum. Neben Aufbau, Funktionsprinzip und Vorteilen beider Varianten erhalten Sie einen Überblick über verfügbare Standardtypen, technische Daten, mechanische und thermische Grenzen sowie Hinweise für die korrekte Auslegung und Montage. Damit steht Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der passenden Heizlösung zur Verfügung.
Moin, aus Stapelfeld.
Eine mineralisolierte Mantelleitung ohne Kaltenden kann bedingt durch ihre Anschlussart, in der Regel bis zu einer Temperatur von 400°C eingesetzt werden. Will man im Prozess oder Anwendung höhere Leistungen und Temperaturen bis 1000°C realisieren, ist der Einsatz von mineralisolierten Mantelheizleitern mit Kaltenden zu empfehlen.
Hierbei unterscheiden sich grundsätzlich zwei Varianten, die mineralisolierten Mantelheizleiter mit Übergangshülsen und angesetzten Kaltenden, sowie mineralisolierten Mantelheizleiter mit übergangslosen Kaltenden.
Aufbau und entscheidende Vorteile von mineralisierte Mantelheizleitung.
Mineralisolierte Mantelheizleiter, besteht aus einer spannungsführenden Innenader (Heizdraht), die gegen den Metallmantel mit Magnesiumoxid isoliert ist. Zur Befestigung der Kaltenden am Heizleiter dient eine vakuumtaugliche und temperaturbeständige Übergangshülse, die mit Heizleiter und Kaltenden verschweißt wird. Sie verursacht eine geringe Vergrößerung des Außendurchmessers.

Aufbau eines Heizleiters mit angesetzten Kaltenden
Mineralisolierte Mantelheizleiter mit angesetzten Kaltenden.
Wenn es darum geht, die Länge eines Heizteils am Mantelheizleiter exakt zu definieren, sind Mantelheizleiter mit Übergangshülsen und angesetzten Kaltenden die erste Wahl. Diese Bauform ist die Lösung für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen der Übergang vom beheizten zum unbeheizten Bereich klar definiert sein muss. – beispielsweise in Vakuumkammern, Begleitheizungen oder in Wärmeöfen.
Aufbau und Funktionsprinzip:
Die Übergangshülse macht den Unterschied
Das Herzstück dieser Variante ist eine vakuumtaugliche und temperaturbeständige Übergangshülse, die den Heizleiter und den Kaltleiter gasdicht miteinander verschweißt. Dies ermöglicht eine klare Trennung der Zonen und eine hohe Temperaturstabilität von bis zu 600°C. Mantelheizleiter mit Übergangshülsen und angesetzten Kaltenden sind stabile und gängige Lösungen für eine Vielzahl von industriellen Heizanwendungen.
Anwendungs-Fokus:
Lassen sich als 1-adriger Mantelheizleiter mit angesetzten Kaltenden realisieren. Ideal für Begleitheizungen, Vakuum- und Hochtemperaturanwendungen bis 600°C, bei denen eine exakte, prozesssichere Trennung von Heiz- und Kaltzone erforderlich ist. Die robuste, verschweißte Verbindung sorgt für Zuverlässigkeit.
Angesetzte Kaltenden
– Vorteil: Kostengünstiger in der Herstellung, exakte Definition der Heizteillänge, Temperaturanwendungen bis 600°C. Lassen sich als 1-adrige Mantelheizleiter-Variante realisieren.
– Nachteil: Die Übergangshülse vom Kaltende auf den Heizleiter schränkt den Biegeradius und die Temperaturübertragung auf das zu beheizende Bauteil ein. 30mm vor und nach der Übergangshülse darf der mineralisolierte Mantelheizleiter nicht gebogen werden.
Je nach Oberflächenleistung und Temperaturanforderung muss bei der Montage besonders darauf geachtet werden, dass der Übergangsbereich verlötet/vergossen wird, damit der Mantelheizleiter auch hier seine Temperatur abgeben kann.
Bei Verwendung in Heizplatten, ist zudem eine separate Aussparung im Nutverlauf für die Übergangshülse einzuplanen, was einen höheren Aufwand bedeutet. Diese Bauform eignet sich besonders gut für Anwendungen als Begleitheizung, im Vakuum und Wärmeöfen, sowie in Standardanwendungen mit moderaten mechanischen Anforderungen.
Dabei sind insbesondere folgende Grundausführungen möglich:


Die Heizteil- und Kaltteillängen können kundenspezifisch definiert werden. Die folgenden Tabellen zeigen die verfügbaren Heizleiter-Varianten.
| Bezeichnung | Außen-Ø (mm) | Mantel-Material | Max. Temp. | Aderwiderstand (Ω/m) |
| Edelstahl 1.4541 (bis 600°C) | ||||
| 1NICrV10 | 1,0 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 12 |
| 1NiCrV15 | 1,5 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 6 |
| 1NiCrV20 | 2,0 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 3 |
| 1NiCrV30 | 3,0 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 1,4 |
| 1NiCrV32 | 3,2 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 4 |
| 1NiCrV32-6 | 3,2 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 6,3 |
| 1NiCrV36 | 3,6 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 2,5 |
| 1NiCrV40 | 4,1 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 1 |
| 1NiCrV45 | 4,5 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 0,63 |
| 1NiCrV50 | 4,7 | Edelstahl 1.4541 | 600°C | 0,4 |
| Inconel 600 / 2.4816 (bis 800°C) | ||||
| 1NICrI10 | 1,0 | Inconel 600 | 800°C | 12 |
| 1NiCrI15 | 1,5 | Inconel 600 | 800°C | 6 |
| 1NiCrI20 | 2,0 | Inconel 600 | 800°C | 3 |
| 1NiCrI30 | 3,0 | Inconel 600 | 800°C | 1,4 |
| 1NiCrI32 | 3,2 | Inconel 600 | 800°C | 4 |
| 1NiCrI32-6 | 3,2 | Inconel 600 | 800°C | 6,3 |
| 1NiCrI36 | 3,6 | Inconel 600 | 800°C | 2,5 |
| 1NiCrI40 | 4,1 | Inconel 600 | 800°C | 1 |
| 1NiCrI45 | 4,5 | Inconel 600 | 800°C | 0,63 |
| 1NiCrI50 | 4,7 | Inconel 600 | 800°C | 0,4 |
| 1CuI34 | 3,4 | Inconel 600 | – | – |
Fazit: Präzision und Zuverlässigkeit für anspruchsvolle Prozesse
Mantelheizleiter mit angesetzten Kaltenden sind die ideale Lösung, wenn es auf eine exakte Definition der Heizteillänge und maximale Zuverlässigkeit ankommt. Die robuste Übergangshülse sorgt für eine prozesssichere Trennung von Heiß- und Kaltbereich und macht diese Variante zur ersten Wahl für anspruchsvolle Industrie- und Forschungsanwendungen.
Mantelheizleiter mit übergangslosen Kaltenden
Dies ist technologisch ein echtes Highlight! Hier besteht der Innenleiter aus einer einzigen Innenader, das im Heizteil einen hohen Widerstand und im Kaltteil einen niedrigen Widerstand aufweist. Es gibt keine Schweiß- oder Verbindungsstelle auf der äußeren Mantelleitung, was zu einem einheitlichen Außendurchmesser auf der gesamten Länge des mineralisolierten Mantelheizleiter führt.

Ausschnitt: Mantelheizleiter mit übergangslosen Kaltende
Aufbau und Funktionsprinzip: Der unsichtbare Übergang
Der Heiß-/Kaltübergang findet bei dieser Bauform im Inneren statt und ist von außen nicht sichtbar. Der Heizleiter lässt sich dadurch wie eine normale Mantelleitung biegen und verarbeiten, bietet aber den Vorteil definierter Heizteillängen. Die hohe Flexibilität (Biegeradien von 2-3x Außendurchmesser) und die Temperaturbeständigkeit bis zu 1000°C eröffnen ein breites Anwendungsspektrum.
Übergangslose Kaltenden
– Vorteil: Maximale mechanische Stabilität und Zuverlässigkeit, da es keine zusätzlichen mechanischen Übergänge gibt. Dieses ermöglicht so eine homogenere Temperaturverteilung als bei angesetzten Kaltenden. Der Mantelheizleiter kann auf der gesamten Länge entsprechend seines Biegeradius gebogen werden. In Baukörpern und Heizplatten, werden keine gesonderten Aussparungen benötig. Ideal für anspruchsvolle Heizanwendungen bis zu 1000°C unter schwierigen Umgebungseinflüssen und im Ultrahoch-Vakuum.
– Nachteil: Kostenintensiver in der Herstellung. Fest definierte Heizteillängen, Sonderlösungen bei Mindestabnahmen auf Anfrage möglich.
Für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, im Vakuumbereich oder bei hohen mechanischen Belastungen ist diese Bauweise oft die einzig sichere Wahl. Eine solche Lösung ist als Heizleiter kundenspezifisch auf die jeweilige Applikation auslegbar.
Standard-Konfigurationen.
Die folgende Tabelle zeigt die Leistungsbereiche für einen Heizleiter mit 1mm Außendurchmesser bei unterschiedlichen Montagearten.
Bestell-Bezeichnung Heizteil (mm) Ω/m Montageart 1-4 (Max. Leistung) Montageart 5-7 (Max. Leistung) Montageart 8-9 (Max. Leistung)
| Bestell-Bezeichnung | Heizteil (mm) | Ω/m | Montageart 1-4 (Max. Leistung) | Montageart 5-7 (Max. Leistung) | Montageart 8-9 (Max. Leistung) |
| SMH-I10/250 | 250 | 12,50 | 25W | 45W | 75W |
| SMH-I10/500 | 500 | 18,00 | 50W | 95W | 145W |
| SMH-I10/750 | 750 | 30,00 | 100W | 170W | 245W |
| SMH-I10/1000 | 1000 | 40,00 | 130W | 200W | 285W |
| SMH-I10/2000 | 2000 | 70,00 | 196W | 324W | 530W |
Kundenspezifische Konfigurationen
Heiz- und Kaltteillängen können frei definiert werden, um die Heizleistung exakt auf Ihre Anwendung abzustimmen. Diese kundenspezifische Sonderlösungen sind bei Mindestabnahmen auf Anfrage möglich.
| Mantelmaterial | Durchmesser (mm) | Mindestlänge Heizteil (mm) | Widerstand Heizteil (Ω/m) | Widerstand Kaltteil (Ω/m) |
| Edelstahl 1.4541, Inconel 600 | 1,0 | 250 | 12,5 | < 1,3 |
| Edelstahl 1.4541, Inconel 600 | 1,5 | 250 | 5,5 | < 0,6 |
| Edelstahl 1.4541, Inconel 600 | 2,0 | 500 | 3,1 | < 0,3 |
| Edelstahl 1.4541, Inconel 600 | 3,0 | 500 | 1,4 | < 0,2 |
Toleranzen: Außendurchmesser +/- 0,10mm, Längentoleranz Heizteil – 10%, Widerstand +/- 10%.
Fazit: Maximale Flexibilität bei minimalem Platzbedarf
Mantelheizleiter mit übergangslosen Kaltenden sind die ultimative Lösung für komplexe Heizaufgaben, hohe Temperaturen und Applikationen auf engstem Raum und engen Radien. Ihre nahtlose Konstruktion und hohe Flexibilität machen sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Ingenieure, die innovative und platzsparende Heizlösungen entwickeln.
Weitere Anschlussvarianten mit freien abgedichteten Enden, metallisch-keramischen Stromanschlüssen oder passender Anschlussleitung sind möglich.
Sprechen Sie uns gerne an!
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